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Grüner Tee - Wissenswertes und Wirkungen auf die Gesundheit

Herstellung von Grünem Tee
Grüner Tee wird aus den Blättern der Camellia sinensis und ihrer Varietät assamica gewonnen. Gemeinhin als Teepflanze bekannt, wird sie vorrangig im subtropischen Asien, vor allem in China, Japan und Indien, aber auch in anderen Teilen der Welt angebaut. Die Plantagen werden zu festen Zeitpunkten im Jahr gepflückt: Per Hand für höchste Qualität oder maschinell werden nur die Triebspitzen mit wenigen Blättern entfernt.

Der wesentliche Unterschied zum Schwarztee besteht darin, dass Grüntee im anschließenden Prozess weder fermentiert noch oxidiert wird. Zunächst müssen die Teeblätter welken. Die Fermentation geschieht bei Schwarzem Tee durch Zerstörung der Zellstruktur und der Reaktion der enthaltenen Stoffe mit Sauerstoff. Anschließend werden die Blätter getrocknet. Für die Herstellung von Grünem Tee werden die Blätter nach dem Welken entweder gedämpft oder erhitzt und geröstet. Auf diese Weise bleiben viele Inhaltsstoffe erhalten, die unter Oxidation in Aromastoffe umgewandelt worden wären. Namensgeben bleibt zudem die grüne Färbung der Teeblätter bestehen.

Sortenvielfalt und Variationen
Grüner Tee unterscheidet sich je nach Anbaugebiet, dem Erntezeitpunkt oder dem Verfahren der Herstellung und kann somit in über 1.500 verschiedene Sorten eingeteilt werden. Sie variieren in Geschmack, Beschaffenheit der Blätter, Färbung sowie Zusammensetzung der Inhaltsstoffe. Der wichtigste Unterschied zwischen chinesischen und japanischen Sorten besteht in der Art der Herstellung. In Japan werden die Teeblätter gedämpft, was als schonenderes Verfahren gilt, während in China die Pfannenröstung vorherrscht. Die besten und beliebtesten Tees kommen daher aus Japan.
Japanischer Sencha wird „Königin des Grüntees“ genannt. Anders als Schattensorten wie der Gyokuro wird Sencha unter voller Sonneneinstrahlung angebaut. Die Qualität kann sehr unterschiedlich ausfallen, Sencha höchster Qualität wird allerdings die höchste gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen. Die japanischen Schattentees sind dahingegen für ihren würzigen Geschmack bekannt und werden zur Herstellung von Matcha verwendet. Matcha ist pulverisierter Grüntee und wirkt intensiver und belebend.
Eine chinesische Teesorte ist beispielsweise der Gunpowder-Tee, der seinen Namen den kugelartig gerollten Blättern verdankt. Dieser Tee erhält seine Aromen über eine lange Zeit, da seine Struktur nicht so leicht angreifbar ist. Er wird vor allem in die Maghreb-Staaten exportiert, wo ihm marokkanische Minze zugefügt wird. Grüner Tee lässt sich mit verschiedensten Blüten, Früchten und Gewürzen vereinen, um immer neue Geschmackskombinationen zu schaffen.

Zubereitung von Grüntee
Die Zubereitung von Grünem Tee ist in Japan sowie China mit besonderen Teeritualen verbunden, die einen eigenen kulturellen Wert besitzen. Bei uns gelten diese traditionellen Richtlinien zwar nicht, dennoch entscheidet die Art der Zubereitung über Geschmack und Wirkung der Inhaltsstoffe. Die wichtigsten Variablen bilden die Wassertemperatur, die Dosierung sowie die Ziehzeit. Darüber hinaus spielt natürlich auch die Qualität des Tees selbst und die Sorte eine Rolle, die für eine perfekte Zubereitung jeweils unterschiedliche Mengen, Temperaturen und Zeiten erfordern. Werden daneben das verwendete Zubehör sowie weitere Einflüsse betrachtet, ist die Teezubereitung eine eigene Wissenschaft. Für den alltäglichen Hausgebrauch allerdings gilt eine Dosierung von einem Teelöffel pro Tasse von circa 250 ml. Die Teeblätter können direkt in die Tasse oder die Kanne oder zuerst in einen Teefilter gegeben werden. Das Wasser wird gekocht, woraufhin es auf 70 Grad abkühlen sollte, um die Inhaltsstoffe beim Aufgießen nicht zu zerstören. Der Tee sollte dann zwei Minuten ziehen. Durch längere Ziehzeiten wird er bitterer.

Koffeingehalt des Grünen Tees
Auch Grüntee enthält Koffein. Der Koffeingehalt ist abhängig von der Teesorte und Zubereitungsweise. Gyokuro und Sencha bieten den höchsten Gehalt, der sich mit der Ziehzeit und einer hohen Wassertemperatur weiter steigert. Wer Koffein nicht so gut verträgt oder den Tee nicht als Wachmacher, sondern zur Entspannung nutzen möchte, sollte auf mildere Sorten zurückgreifen, das Wasser abkühlen und den Tee nicht so lange ziehen lassen.

Inhaltsstoffe des Grüntees und Wirkungen auf die Gesundheit
Grüner Tee ist gesund. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe und deren Wechselwirkungen fördert er die Gesundheit und beugt verschiedenen Krankheiten vor. Hauptsächlich sind hierfür die Polyphenole verantwortlich, insbesondere die Catechine, zu denen das EGCG (Epigallocatechin-Gallat) gezählt wird. Wissenschaftler sehen in diesem Stoff das besondere Potential von Grünem Tee, aber auch die anderen Inhaltsstoffe tragen einen nicht unwesentlichen Teil dazu bei, warum er so gesund ist. Der Gehalt an Polyphenolen hängt sehr stark von der Qualität des Grüntees ab, beträgt aber im Aufguss etwa 30 %. Sie fördern den Stoffwechsel, die Verdauung und den Säurehaushalt, reduzieren die Fettaufnahme, stärken die Nieren und helfen bei Entzündungen des Körpers.
Weiterer wichtiger Bestandteil des Grüntees sind die Aminosäuren. Er enthält zahlreiche dieser wichtigen Bausteine des menschlichen Körpers, unter anderem das spezielle Theanin. Diesem konnte eine Wirkung auf die Denkleistung und Konzentrationsfähigkeit nachgewiesen werden. Außerdem wirkt es entspannend und stressmindernd.
Die Nährstoffversorgung Grünen Tees ist durch viele Vitamine und Mineralstoffe gegeben. Hier ist insbesondere Vitamin C zu nennen, das in hohem Maße enthalten ist, sowie die Vitamine A, B1, B2, B3, E und K. Grüntee weist einen hohen Gehalt an Eisen, Kalium und Calcium auf. Insgesamt zeigen diese Nährstoffe eine positive Wirkung auf Augen, Zähne und Stoffwechsel.
Auf Grundlage dieser Inhaltsstoffe lässt sich Folgendes über die gesundheitliche Wirkung Grünen Tees sagen:

  • Grüner Tee wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus und beugt Krankheiten vor. Die Polyphenole schützen vor Arterienverkalkung und Bluthochdruck und mindern so das Risiko für einen Herzinfarkt. Antioxidantien zerstören zusätzlich schädliche Stoffe, die durch äußerliche Einflüsse in den Körper gelangen.
  • Grüner Tee kann verschiedenen Krebsarten vorbeugen. Dazu zählen beispielsweise Brust-, Eierstock und Hautkrebs. Verantwortlich sind die Antioxidantien und das EGCG, die krebserregenden Stoffen entgegenwirken.
  • Grüntee hilft beim Abnehmen. Durch seine positiven Einflüsse auf Verdauung und Fettverbrennung, die dank der Polyphenole reduziert wird, eignet sich Grüntee hervorragend als Unterstützung für das Abnehmen.
  • Grüntee ist gut für die Haut. Er beugt nicht nur Faltenbildung vor, sondern schützt auch vor schädlicher UV-Strahlung. Die Zellen können sich beim Sonnenbaden besser regenerieren.
  • Grüner Tee ist gut für Zähne und Zahnfleisch. Kariesbildung wird reduziert. Auch eine positive Wirkung auf das Zahnfleisch konnte in einer japanischen Studie nachgewiesen werden.
  • Grüntee wirkt sich positiv auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel aus. Die Insulinsensitivität wird dank des Grünen Tees verbessert. Damit kann das Risiko für Diabetes Typ 2 gesenkt werden.
  • Grüner Tee stärkt das Immunsystem. Verantwortlich sind die im Tee enthaltenen Flavonoide, die zu den Polyphenolen gehören.
  • Grüner Tee fördert die Verdauung. Dies ist ebenfalls den Polyphenolen zuzuschreiben. Sie regen die Magensäure an.
  • Grüner Tee besitzt eine antientzündliche, antivirale, antibakterielle und entsäuernde Wirkung.
  • Grüntee erhöht die Leistungsfähigkeit. Dies bezieht sich sowohl auf die mentale Konzentrationsfähigkeit als auch auf die Fähigkeiten beim Sport. Das Koffein wirkt anregend und belebend. Ebenso kann Grüner Tee zur Entspannung beitragen.


Damit ist bewiesen, wie gesund Grüner Tee sein kann. Die Wirkungen beruhen in großen Teilen auf wissenschaftlich fundierten Studien, trotzdem sollte Grüntee nicht als Wunderheilmittel gesehen werden. Nachweislich kann festgestellt werden, dass der tägliche Konsum von Grünem Tee die Lebenserwartung erhöht – und dank seiner Vielfältigkeit und seines besonderen Geschmacks ist er nicht nur gesund, sondern auch ein Genuss.